Musikinstrumente

12-saitige Gitarre

Eine 12-saitige Gitarre ist eine elektrische oder akustische Gitarre, die nicht wie üblich mit sechs, sondern mit 12 Saiten bespannt ist. Dabei hat eine solche 12-saitige Gitarre aber keine unabhängigen Saiten, sondern die Saiten sind in sechs Paaren angeordnet. Diese Paare bestehen jeweils aus einer Saite wie bei einer 6-saitigen Gitarre und jeweils einer Oktavsaite, das heißt eine Saite, die eine Oktave höher gestimmt ist, bei den tiefsten vier Saiten und einer Saitendopplung, das heißt eine gleich gestimmte Saite wird hinzugefügt, bei den zwei höchsten Saiten. Diese Bespannung der Saiten einer 12-saitigen Gitarre führt zu einem sehr vollen Klang des Instrumentes. Zusätzlich entsteht ein sogenannter Chorus-Effekt, das heißt der Ton wirkt wie im Raum schwebend.

Eine 12-saitige Gitarre wird ausschließlich mit Stahl-Saiten bespannt. Der Hintergrund dafür ist, daß Kunststoff-, Nylon- oder Darm-Saiten zu stark schwingen und auch zu dick sind, so daß die Saitenpaare kollidieren würden. Eine Stahl-Saite schwingt nur wenig, und deshalb können die Saiten auch sehr eng nebeneinander gelegt werden. Durch die Verdopplung der Saitenanzahl sind natürlich auch die Zugkräfte auf Hals und Korpus viel stärker als bei einer normalen 6-saitigen Gitarre. Dies wird durch zusätzliche Verstrebungen im Inneren des Korpus und durch weitere Maßnahmen ausgeglichen. Trotzdem ist eine 12-saitige Gitarre nicht so stimmstabil wie ihr 6-saitiges Gegenstück.

Es gibt auch Doppelhalsgitarren. Solche Gitarren vereinigen eine 6-saitige und eine 12-saitige Gitarre in einem. Sie hat für jede Bauart einen Hals und besitzt somit sogar 18 Saiten. Allerdings sind die Kräfte auf den Korpus so hoch, daß diese Bauform nur bei elektrischen Gitarren mit massivem Korpus möglich ist.