Musikinstrumente

Blockflöte

Die Blockflöte ist ein Holzblasinstrument, welches zur Gruppe der Längsflöten gehört. Das heißt der Spieler bläst vom Ende der Blockflöte in dieselbe hinein, während er sie längs zum Körper hält. Außerdem ist die Blockflöte eine Schnabelflöte. Das heißt, das Ende der Blockflöte, in das der Spieler bläst, wird in den Mund genommen. Die Anblaskante, die die im Inneren der Blockflöte schwingende Luftsäule überhaupt erst zum Schwingen bringt, ist ein hölzerner Block, der nur einen kleinen Spalt, den sogenannten Kernspalt, frei lässt. Von diesem Block hat die Blockflöte auch ihren Namen.

Geschichte der Blockflöte

Die Blockflöte war bereits Teil der Vorgeschichte. Das heißt, dass es schon Blockflöten gab, als noch keinerlei Geschichtsschreibung existierte. Die ersten Blockflöten wurden schon hergestellt, als der Mensch noch vor vielen zehntausenden Jahren in Höhlen lebte. Damals wurde die Blockflöte aus Tierknochen hergestellt und hatte bereits Löcher, um unterschiedliche Töne spielen zu können. Im Mittelalter war in Europa die Blockflöte in ihrer heutigen Erscheinung weitgehend unbekannt. Es herrschte eher eine europäische Abart der Panflöte vor. Erst im elften Jahrhundert wurde die heutige Blockflöte von einigen slawischen Stämmen eingeführt, die sie von asiatischen Völkern übernommen hatten. Etwa zeitgleich wurde die Blockflöte auch in Spanien wiederentdeckt, da sie von den maurischen Eroberern, die Spanien in dieser Zeit besetzt hielten, nach Spanien gebracht wurde und sich vom maurischen Siedlungsgebiet über die iberische Halbinsel verbreitete.

Schon im vierzehnten Jahrhundert war die Blockflöte aus der mittelalterlichen Musik nicht mehr wegzudenken. Diese mittelalterliche Blockflöte hatte noch eine zylindrische Bohrung und war aus einem Stück gefertigt. Durch ihren warmen und weichen klang wurde sie hauptsächlich zur Begleitung von gesanglichen Interpretationen genutzt. Es gab dazu unterschiedliche Ausführen, um den unterschiedlichen Stimmlagen gerecht zu werden. Sogar Flöten für den Bass-Bereich mit über zwei Metern Länge wurden gebaut und auch eingesetzt. Auch hatten die damaligen Instrumente ein doppeltes Loch für den letzten Finger. Damit wurde der Tatsache Rechnung getragen, dass es unterschiedliche Griffhaltungen gab. Der Spieler verschloss das jeweils nicht benötigte Loch mit Wachs.

Die Blockflöte war bis in das sechzehnte Jahrhundert eins der beliebtesten Instrumente. Doch bald wurden aufgrund der neuen Hörgewohnheiten und des wachsenden technischen Anspruchs in der Musik auch neue Formen der Blockflöte nötig. Dazu wurde die Flöte in drei zusammensteckbare Teile zerteilt, das Rohr wurde konisch gebohrt und zwar oben dicker als unten und die Grifflöcher waren nun weiter beieinander. Es wurden auch nun vorwiegend die Alt-Blockflöte und die Sopran-Blockflöte benutzt. Die tieferen Instrumente wurden unüblich, denn die Blockflöte wurde jetzt weniger als Begleit-, sondern meist nur noch als Solo-Instrument benutzt.

Ab der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts wurde die Blockflöte jedoch von der aufkommenden Querflöte verdrängt, die wesentlich durchsetzungsfähiger und für große Orchester daher besser geeignet war. Bis zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts war die Blockflöte in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Erst in den 20er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Blockflöte zum zweiten Mal wiederentdeckt. Durch Bestrebungen, die alte Musik aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock möglichst getreu wiederzugeben wurde auch wieder auf die Blockflöte zurückgegriffen. Da sie sehr preiswert, robust und klein ist, wurde sie besonders bei Jugendlichen zu einem gefragten Instrument. Dadurch wurde sie wieder sehr bekannt und später auch im pädagogischen Bereich als auch in der Rock- und Popmusik eingesetzt. Dadurch ist sie heute wieder eines der beliebtesten Instrumente überhaupt.