Musikinstrumente

Cello

Das Cello, oder auch Violoncello genannt, ist ein Streichinstrument aus der Familie der Geigen. Das Cello ist von der Bauweise her einer Geige und einer Viola nicht unähnlich, allerdings ist das Cello deutlich größer als eine Geige. Das Cello hat am unteren Ende des Instruments einen oftmals ausfahrbaren Stachel, auf dem das Instrument steht. Dadurch kann das Instrument einfach vom sitzenden Spieler zwischen die Beine genommen werden. Ursprünglich wurde das Instrument aber ohne diesen Stachel gebaut, und das Cello mußte mit den Beinen gehalten werden. Das Cello ist ebenso wie die Viola für die Stimmung seiner Saiten eigentlich zu klein. Entsprechend der Stimmung der Saiten, die im Vergleich zur Violine um eine Duodezime tiefer gestimmt sind, was einer Tieferstimmung von einer Oktave im Vergleich zu Viola entspricht, müßte der Korpus des Cellos unter normalen Umständen die dreifache Größe einer Geige haben. Damit wäre das Cello in etwa so groß wie ein Kontrabass. In Wirklichkeit beträgt der Größenunterschied zwischen Cello und Violine aber nur etwa das zweifache. Dadurch hat der Korpus des Instruments natürlich eine andere Charakteristik bezüglich der Resonanz und damit auch der Charakteristik des Klanges des Cellos verglichen mit dem Klang einer Violine. Hinzu kommt, daß die Zargen etwa viermal so groß sind wie bei einer Geige, wodurch bestimmte Obertöne, die das Cello erzeugt, besonders verstärkt werden. Dies alles führt zu einem charakteristisch warmen und weichen Klang des Cello.

Cello spielen

Das Cello kann auf zwei Arten gespielt werden. Die häufigere Spielweise ist das Streichen des Instruments mit einem Cello-Bogen, wie auch Violine und Viola am häufigsten bespielt werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Zupfen wie bei einer Gitarre. Diese Möglichkeit wird relativ selten angewandt, klingt aber deshalb umso interessanter. Eine weitere interessante Eigenschaft ist der sehr große Tonumfang des Cellos. Mit einem Cello kann man nahezu fünf Oktaven abdecken. Dies ist für ein Streichinstrument sehr viel. Die Grundtöne des Cellos sind relativ leise ausgeprägt. Der Klang des Instruments wird durch seine vielseitigen Obertöne bestimmt. Da die Grundtöne auch eine längere Einschwingdauer, verglichen mit den Obertönen, haben, kann das Cello bei schnellen und lauten Passagen teilweise etwas hart und rau klingen. Oftmals wird dies aber auch als Stilmittel benutzt, zum Beispiel um Dramatik zu erzeugen. Das Cello wird heutzutage vorwiegend im Sitzen gespielt. Hierbei gibt es verschiedene Ansichten, welche Haltung die beste sei. In jedem Fall aber sollte sich das Instrument bequem und leicht spielen lassen. Oftmals wird auch die Funktion der rechten Hand eines Cello-Spielers unterschätzt. Während die linke Hand, die Greifhand, für die Töne wichtig ist, gestaltet die rechte Hand die Dynamik der Töne. Wie wichtig Dynamik für den Wohlklang der Musik ist, weiß jeder Musiker. Als Anfänger auf dem Cello spielt man oft sehr undynamisch, und erst mit der Erfahrung klingt es gut.

Geschichte des Cello

Die Cello-Geschichte hat keinen konkreten Beginn. Das Instrument entwickelte sich aus den Gamben und veränderte sich mehrfach. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts hatte das Cello vier Saiten, jedoch wurden diese noch anders gestimmt. Erst ab etwa 1730 festigte sich die heute übliche Quintstimmung in ganz Europa. Zum Anfang des 19. Jahrhunderts bekamen die meisten Instrumente dann einen Stachel an der Unterseite, mit dem das Cello auf dem Boden aufstand. Seitdem ist das Cello unverändert. Erst in den letzten Jahren wurde begonnen, elektrisch verstärkte Instrumente zu bauen. Dabei gibt es sogar reine E-Cellos. Trotzdessen wird bevorzugt, ein klassisches Cello einfach elektrisch abzunehmen.