Musikinstrumente

E-Gitarre

Eine E-Gitarre ist eine elektrische Gitarre, das heißt eine E-Gitarre setzt nicht wie ihr akustisches Gegenstück auf die Verstärkung des Klanges durch einen hölzernen Resonanzkörper, sondern der Ton wird bei der E-Gitarre elektrisch durch einen Gitarrenverstärker verstärkt.

Geschichte der E-Gitarre

In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde es für Gitarristen und Gitarrenbauer teilweise schwer, da sich die relativ leisen Gitarren in den Big Bands des Swing nicht gegen die Bläsergruppe und auch nicht gegen das Klavier durchsetzen konnten. Da die Verstärkung des Tones durch den Korpus bald ausgereizt war, versuchte man, andere Wege zu beschreiten. Erste Ideen und Experimente in die Richtung der E-Gitarre wurden schon bald unternommen, doch erst der 1931 von Adolph Rickenbacker und George Beauchamp entwickelte Gitarren-Tonabnehmer nach dem Induktionsprinzip, der sich die Schwingungen der Stahlseiten zunutze machte, brachten einen Erfolg. Die E-Gitarre war erfunden.

Zuerst hielt die E-Gitarre in Blues, Jazz und Country ihren Einzug. Bei den Big Bands und Orchestern der Unterhaltungsindustrie war die E-Gitarre anfangs sehr verpönt, weil man sie als negativen Einfluss in der Musik empfand.

Die erste E-Gitarre war eine Lap Steel-Gitarre oder Hawaii-Gitarre. Wegen ihre Form wurde sie auch Bratpfanne genannt. Obwohl das Patent für diese Erfindung bereits im darauffolgenden Jahr eingereicht wurde, dauerte es bis 1937, daß das Patent erteilt wurde, da einige bürokratische Hürden im Weg waren und das Patentamt sich fragte, ob denn eine solche E-Gitarre überhaupt benutzbar wäre.

Bereits 1936 wurde von der Firma Gibson eine reguläre E-Gitarre nach heutigen Maßstäben gebaut. Das war eine Gitarre, die man heutzutage als Arch Top oder halbakustisch bezeichnen würde. Aber es gab mit dieser E-Gitarre und auch mit Exemplaren anderer Hersteller Probleme mit den Rückkopplungen bei größerer Lautstärke. Erst 1948 wurden diese Probleme mit der Erfindung einer E-Gitarre mit massivem Korpus gelöst. Hierbei wurden nicht nur die Rückkopplungen stark vermindert, sondern die Saiten klangen jetzt auch deutlich länger. Ab 1950 wurde von der Firma Fender die Esquire als erste serienmäßig gefertigte E-Gitarre auf den Markt gebracht. Diese wurde später in Broadcaster und schließlich in Telecaster umbenannt. Unter dieser Bezeichnung ist sie heute noch im Handel. Als zweite E-Gitarre kam die Les Paul der Firma Gibson. Diese hatte im Unterschied zu den Single Coils der Esquire nun Humbucker-Tonabnehmer, die einen dumpferen und druckvolleren Sound lieferten. Die erste E-Gitarre mit Tremolo-System wurde ebenfalls von der Firma Fender unter dem Namen Stratocaster 1954 auf den Markt gebracht. Auch die Les Paul und die Stratocaster sind bis heute erfolgreich am Markt vertreten und gelten als Klassiker der E-Gitarre.

Aufbau der E-Gitarre

Die E-Gitarre hat einen ähnlichen Aufbau wie eine Akustik-Gitarre, besitzt aber in der Regel einen massiven Korpus. Es gibt aber auch sogenannte halbakustische Gitarren mit hohlem Korpus uns sogar die eine oder andere Gitarre ohne Korpus, bei der die Tonabnehmer auf einem Rohr oder einer anderen Verbindung von Steg und Hals sitzen. Der Korpus an sich hat keinen Einfluß auf die Lautstärke der E-Gitarre, beeinflußt aber die Klangfarbe und den tonalen Charakter des Instrumentes.

Die Tonabnehmer der E-Gitarre funktionieren nach dem Prinzip der Induktion. Um einen Magneten sind die Wicklungen einer Spule angebracht. Der Magnet erzeugt ein Magnetfeld. In diesem Magnetfeld schwingen die Stahlsaiten der E-Gitarre. Durch diese Bewegung der Saiten im Magnetfeld wird dieses verändert. Dadurch wird in der Spule ein Strom induziert, der schließlich zum Gitarrenverstärker geleitet wird und dort den Ton erklingen lässt.