Musikinstrumente

E-Piano

Ein E-Piano ist ein elektronisches Musikinstrument, welches zuerst als elektro-mechanisches beziehungsweise elektronisches Gegenstück des Klaviers konzipiert wurde. Hierzu wurden zuerst herkömmliche Instrumente zu einem E-Piano umgerüstet, indem einfach induktive Tonabnehmer - von der Wirkung her dem Tonabnehmer einer Gitarre sehr ähnlich, nicht aber im Aussehen -, in ein herkömmliches Piano eingebaut wurden. Die dadurch im E-Piano entstehenden Ströme wurden durch einen Röhrenverstärker verstärkt und durch einen Lautsprecher wiedergegeben. Diese einfache Form war für eine Weile auch die einzige Erscheinungsform des Klaviers, die man als E-Piano bezeichnen könnte.

In den 50er und 60er Jahren wurden dann durch die Firmen Wurlitzer, Hohner und Fender neuartige Instrumente entwickelt, bei denen der Ton durch Hämmer erzeugt wurde, die auf Stahlzungen oder Stimmfedern schlugen. Das Wurlitzer E-Piano war damit das erste E-Piano der Welt. Diese Instrumente sollten in den nächsten Jahren und auch Jahrzehnten nicht mehr aus der Musik wegzudenken sein. Sogar heute noch hört man die typischen Sounds, auch wenn sie jetzt meist aus einem Sampler kommen. Die sich bald entwickelnde Spielkultur verwendete nicht nur das E-Piano allein, sondern auch viele Effekte wie das Leslie, das Wah Wah und viele Chorus-, Flanger- und Phaser-Effekte.

In den 70er und 80er Jahren entstand das E-Piano mit vollständig elektronischer Tonerzeugung. Ein Vorreiter in dieser Technik wurde die Firma Yamaha, ihre Instrumente wurden der Standard auf den Bühnen und in den Tonstudios. Allerdings konnte auch hier noch kein wirklicher Schritt in die Richtung des digitalen Klavier-Klangs gemacht werden. Trotzdem hatte der Sound dieser elektronischen Musikinstrumente seine Freunde und Fans. Erst in den 90er Jahren wurden durch die Sampling-Technik authentische Piano-Sounds auch für elektronische Instrumente Realität.