Musikinstrumente

Flügel

Der Flügel ist ein Tasteninstrument und gehört zur Familie der Klaviere. Den Namen 'Flügel' hat das Instrument aufgrund seiner charakteristischen Form. Das Instrument sieht aus wie der Flügel eines Vogels. Hinter der Klaviatur hat der Flügel eine geschwungene Form, die durch unterschiedliche Seitenlängen möglich ist. Die Instrumente sind oben mit einem Deckel ausgestattet, der geöffnet werden kann. Auf diese Weise kann sich der Klang von einem Flügel besser ausbreiten. Da der Flügel im Vergleich zum Pianino ungleich teurer und auch wesentlich größer ist, wird das Instrument hauptsächlich im professionellen Bereich eingesetzt. In Tonstudios und bei Konzerten wird gerne auf einen Flügel zurückgegriffen, da er hinsichtlich des zu öffnenden Deckels besonders einfach abnehmbar ist.

Flügel-Aufbau

Der Hauptteil eines Flügels ist der Korpus. Der Korpus ist meist aus Holz, jedoch gibt es in neuerer Zeit auch solche aus Kunststoff. Hierbei sind besonders durchsichtige Kunststoffe zu erwähnen, bei denen der Flügel sein Inneres preisgibt. Oben auf dem Flügel-Korpus ist ein Deckel. Dieser kann aus Gründen der besseren Verbreitung des Schalls aus dem Flügel heraus geöffnet oder teilweise sogar abgenommen werden. Dadurch kann der Schall der Saiten direkt aus dem Instrument austreten, und der Flügel klingt lauter und brillanter. Im Inneren des Korpus' befindet sich eine gußeiserne Platte. Mit ihr werden die Saiten gehalten. Die Platte ist sehr schwer, da sie ein Gewicht des Saitenzuges von etwa fünfzehn bis fünfundzwanzig Tonnen aushalten muß. Unterhalb der Saiten befindet sich der Resonanzboden. Dem Flügel wird durch diesen leicht gewölbten Resonanzboden sein besonderer Klang verliehen. Es ist besonders wichtig, daß dieser Boden gut verarbeitet und aus hochwertigem Material ist. Im vorderen Teil des Korpus befindet sich der Stimmstock. Auf ihm sind die kleinen Stimmwirbel angebracht, mit denen der Flügel gestimmt wird.

Die Klaviatur umfaßt meist 88 Tasten, wodurch der Flügel einen Tonumfang von achteinviertel Oktaven hat. Im Instrument wird dann die Kraft von den Tasten von einem Spielwerk auf den Hammer übertragen, der die Saiten dadurch anschlägt. Dabei werden zuerst die Dämpfer angehoben, und dann trifft der Hammer mit einem aufgebrachten Filzplättchen die Saiten, und der Flügel erklingt. Ein Flügel hat in der Regel etwa 230 Saiten. Im Bassbereich werden pro Taste eine, zwei oder drei Saiten angeschlagen. In den höheren Bereichen kommen jeweils auf eine Taste drei Saiten. Unterhalb der Tastatur befindet sich die Lyra mit den zumeist drei Pedalen. Das linke Pedal dient dazu, daß sämtliche Dämpfer von den Saiten gehoben werden. Die Saiten werden also nach dem Anschlag nicht wieder abgedämpft und klingen weiter. Zusätzlich werden durch Resonanzeffekte die anderen Saiten zum leisen Mitschwingen angeregt. Dadurch bekommt der Flügel einen vollen, aber verhallten und undifferenzierteren Ton. Im Gegensatz dazu werden beim Benutzen des linken Pedals nur die Dämpfer der gerade gespielten Saiten nicht gesenkt. Hierdurch klingen diese weiter, während alle anderen Töne normal erklingen. Bei der Betätigung des linken Pedals wird die komplette Mechanik quer zum Flügel verschoben. Demzufolge werden nicht alle drei, sondern nur noch eine Saite eines Saitenchors mit dem Hammer getroffen, wodurch der Flügel deutlich leiser erklingt. Allerdings verändert sich auch der Klang, der an Volumen verliert. Es gibt Hersteller, die Flügel mit nur zwei oder sogar vier Pedalen anbieten, doch der Standard sind die drei angesprochenen Pedale.