Musikinstrumente

Gitarre

Die Gitarre ist ein Musikinstrument aus der Familie der Lauten. Gitarren sind Saiteninstrumente, das heißt, daß die Tonerzeugung durch Saiten stattfindet, die zum Schwingen gebracht werden und diese Schwingungen durch Resonanzeffekte auf das Instrument bzw. auch den Korpus des Instruments übertragen werden. Diese Übertragung der Schallwellen findet bei der Gitarre durch den Steg statt, der auf dem Korpus befestigt ist und über den die Saiten verlaufen. Weiterhin ist die Gitarre ein Zupfinstrument. Dies wiederum heißt, daß die Saiten nicht zum Beispiel wie bei einer Geige mit einem Bogen gestrichen werden, sondern die Saiten der Gitarre werden mit den Fingerspitzen, mit den Fingernägeln oder mit Hilfe eines Plektrum angeschlagen oder angezupft.

Gitarren-Geschichte

Es gibt alte Bilder aus dem Reich von Babylon im Zweistromland und auch aus dem alten Ägypten der Pharaonen, wo bereits mit Gitarren oder Instrumenten, die einer Gitarre sehr ähnlich sind und ihre Vorläufer sein könnten, musiziert wurde. Diese Bilder sind zum Teil schon dreitausend Jahre vor Christus und früher entstanden. Gitarren wurden damals sehr gern am Hofe eines Herrschers gespielt. Damals war der Begriff der Gitarre aber noch nicht üblich, und so wurden Gitarren mit anderen Begriffen bezeichnet. Das Wort 'Gitarre' hat seinen Ursprung wahrscheinlich in der griechischen Sprache. Dort wurden mit 'Kithara' Instrumente bezeichnet, die allerdings weniger den heutigen Gitarren denn einer Leier glichen. Später wurde der Begriff dann in andere Kulturen exportiert, und der eigentliche Begriff der Gitarre wurde vom spanischen 'Guitarra' abgeleitet. Auch wurden früher Gitarren als 'Out' bezeichnet, woraus später das Wort 'Laute' entstand.

Die ersten Gitarren waren gewissermaßen ein einsaitiger Bogen mit deinem daran angebrachten Resonanzkörper. Daraus wurde dann nach und nach eine Gitarre mit Ähnlichkeiten zur heutigen Bauform. Es wurden mehrsaitige Instrumente gebaut, bei denen die Saiten über einen Hals verliefen und die einen Resonanzkörper hatten, an den der Gitarren-Hals angebracht war. Im Mittelalter bildete sich langsam die heutige Form der Gitarre heraus. Dies war unter anderem dadurch begründet, daß die neuartige Musik jetzt nicht nur Einzeltöne, sondern auch Akkorde verlangte. Demzufolge wurde der Resonanzkörper der Gitarre flacher und auch der Korpus an sich erhielt seine heute typische Form, um die Zugkraft, die durch die Spannung der Saiten auf dem Korpus lastete, auszugleichen und besser über das Instrument zu verteilen. Von Spanien aus startete die Urform der heutigen Gitarre dann ihren Siegeszug durch Europa. Im 17. Jahrhundert war die Gitarre bereits ein Instrument, welches von vielen beherrscht wurde. Gitarren waren aus der Musik von Barock und Romantik nicht mehr wegzudenken. Auch wurde viel mit den Instrumenten experimentiert. So wurden zum einen die sechssaitige Variante der Gitarre entwickelt, und zum anderen bekamen Gitarren jetzt kleine Leisten, die für die Klangverteilung im Instrument zuständig waren. Die Gitarre wurde dadurch lauter und hatte insgesamt auch einen besseren und ausgewogeneren Klang. Ende des 19. Jahrhunderts wurden dann in Spanien die Spielweise und der Aufbau der Gitarre so weit verfeinert, daß es seitdem keine größeren Änderungen mehr gab. Sowohl die Technik des Gitarre-Spielens, als auch der Aufbau und die Form der Gitarren selbst sind somit seit über hundert Jahren unverändert. Allerdings gab es im 20. Jahrhundert durch neue Musikstile und den Einzug von elektrischen Prinzipien und Techniken im Gitarrenbau neue Formen der Gitarre, die neben dem herkömmlichen Gitarren-Typus mit diesem koexistieren.