Musikinstrumente

Gitarrenverstärker

Ein Gitarrenverstärker, kur Amp, wird benutzt, um das Signal einer E-Gitarre oder einer halbakustischen Gitarre elektrisch zu verstärken. Hierzu werden die Gitarre und der Gitarrenverstärker mit einem Kabel oder auch mittels eines Senders und Empfängers kabellos verbunden.

Viele Gitarristen schalten noch unterschiedliche Effekte wie Hall, Chorus, Phaser, Distortion, Echo, Wah Wah, Flanger, Kompressor und viele andere in unterschiedlichsten Kombinationen zwischen die Gitarre und den Amp. Bei anderen werden diese Effekte direkt in einen Effektweg am Gitarrenverstärker eingeschleift. Der Unterschied zwischen beiden Varianten ist, daß im ersten Fall die Effekte vor den Vorstufen-Röhren und im zweiten Fall danach angeordnet werden. Gerade beim Einsatz von Verzerrungssounds wird durch die Position der Effektgeräte in den Signalweg bestimmt, ob man die Gitarre oder den Gitarrenverstärker klanglich verändern möchte. Im Gegensatz zur reinen Mikrophon-Abnahme einer Konzertgitarre oder Westerngitarre wird bei einer E-Gitarre der Sound nicht nur durch das Instrument selbst, sondern auch durch den verwendeten Amp geformt.

Gitarrenverstärker-Typen

Ein Gitarrenverstärker kann in unterschiedlichen Bauformen vorkommen. Zum einen gibt es die Combo, das ist ein Gitarrenverstärker mit eingebautem Lautsprecher. Als weiteres gibt es das sogenannte Topteil. Hier ist die Verstärkereinheit von den Lautsprechern getrennt. Meist können mit einem Verstärker zwei Boxen angesteuert werden. Deshalb hat es sich eingebürgert, daß bei der Benutzung von einer Box von einem Half Stack und bei der Benutzung von zwei, meist übereinander gestellten, Boxen von einem Full Stack gesprochen wird. Bei Racksystemen wird der Amp oftmals noch in Vorstufe und Endstufe geteilt, so daß mit zwei Boxen ein vierteiliger Gitarrenverstärker herauskommt.

Die Verstärkung in einem Gitarrenverstärker wird entweder über eine oder mehrere Elektronenröhren oder über Halbleiter-Elemente realisiert. Es gibt aber auch Gitarrenamp, die mit einer Röhren-Vorstufe und einer Transistor-Endstufe ausgerüstet sind oder aber beide Möglichkeiten der Verstärkung anbieten.

Gitarrenverstärker-Verzerrung

Während bei anderen Verstärkern möglichst vermieden werden sollte, daß es zu einer Übersteuerung und damit zu Verzerrungseffekten kommt, ist das bei einem Gitarrenverstärker oftmals ausdrücklich erwünscht. Ursprünglich wurden die Verstärker soweit aufgedreht, daß die Röhren anfingen zu übersteuern. Durch die dadurch entstehenden Kompressionseffekte wird der Sound wesentlich druckvoller, verliert aber auch an Dynamik.

Hierbei ist zu unterscheiden, ob die Verzerrung von den Röhren aus dem Vorverstärker oder von den Röhren der Endstufe kommt. Die Verzerrung in der Vorstufe nennt man Distortion, und sie führt zu einem deutlich stärker komprimierten Sound, während bei einer Verzerrung aus der Gitarrenamp-Endstufe, genannt Overdrive, mehr Dynamik übrigbleibt.

Der Distortion-Effekt wird eher im Bereich des Heavy Metal eingesetzt, während Overdrive seine Liebhaber im Bereich Rock und Blues hat. Oft werden von einem Gitarristen auch beide Arten zusammen eingesetzt, um einen möglichst ausgewogenen Sound aus seinem Amp zu bekommen. Hierbei spielen auch die konkret verwendeten Typen von Gitarre und Gitarrenverstärker eine entscheidende Rolle.

Bei einem Gitarrenverstärker, dessen Verstärkung auf Halbleitern basiert, treten diese Effekte nicht auf, sondern es gibt eine harte Verzerrung, die die Dynamik regelrecht abschneidet und zu einem sehr unangenehmen Klang führt. Deshalb müssen in einem solchen Gitarrenverstärker die Verzerrungen von Röhren mit den Transistoren nachmodelliert werden. Da dies nicht hundertprozentig gelingt, haben die meisten Transistor-Gitarrenverstärker einen etwas härteren und aggressiveren Sound als ihre Kollegen mit Elektronenröhren als verstärkendes Element.