Musikinstrumente

Klarinette

Die Klarinette ist ein Holzblasinstrument, genauer gesagt ist sie ein Rohrblattinstrument mit einfachem Rohrblatt. Ein Rohrblatt ist das tonerzeugende Bauteil eines solchen Rohrblattinstrumentes und somit auch einer Klarinette. Das Rohrblatt ist eine kleine Zunge, die innerhalb des Rohres eines solchen Instrumentes sitzt und durch den Luftstrom zum Schwingen gebracht wird. Diese Schwingungen übertragen sich auf die Luftsäule innerhalb des Rohres, und so erklingt ein Ton aus dem Blasinstrument heraus. Das Rohrblatt einer Klarinette ist in der Regel aus Holz gefertigt, nur selten werden Rohrblätter aus Kunststoff benutzt. Für die Klarinette selbst wird zumeist Holz oder Kunststoff, aber auch Metall benutzt. Die Mechaniken der Klappen werden aus Metall, zumeist Neusilber oder Messing, gefertigt.

Geschichte der Klarinette

Die Geschichte der Vorläufer der Klarinette kann bis weit in die Antike zurückverfolgt werden. Von dieser Zeit an wurden die verschiedensten Versionen erfunden und stetig weiterentwickelt. Als im siebzehnten Jahrhundert die Schalmei, ein Instrument mit doppeltem Rohrblatt, aufkam, wurden von diesem Instrument unterschiedlichste Versionen hergestellt. Bald gab es auch eine Weiterentwicklung vom deutschen Instrumentenbauer Johann Christoph Denner aus Leipzig mit einfachem Rohrblatt, dem eine zusätzliche Klappe hinzugefügt wurde, die das Überblasen des Instruments ermöglichte. Der Klang dieses neuartigen Instrumentes, vor allem in den hohen Tonlagen, erinnerte an die im Barock typischen Trompeten, die auch als Clarino bezeichnet wurden. Entsprechend wurde das Instrument kleine Trompete, Clarinetto, genannt, woraus dann 'Klarinette' wurde.

Bald wurden der Klarinette neben den vorhandenen Grifflöchern noch weitere Klappen hinzugefügt, um weitere Töne spielen zu können. Allerdings klangen die Instrumente mit zunehmender Anzahl von Klappen deutlich unsauberer, da die damals üblichen Filzscheiben zur Abdichtung der Klappen der Klarinette nicht ganz dicht waren. So hatte eine damals gebaute Klarinette meist nicht mehr als fünf Klappen. Anfang des achtzehnten Jahrhunderts wurde vom aus Estland stammenden Klarinettisten Iwan Müller eine Klarinette mit dreizehn Klappen entwickelt, die Leder-Polster auf den Klappen hatte, wodurch die Klappen erstmals vollständig luftdicht wurden, was diese drastische Steigerung der Klappenzahl möglich machte. In den nächsten Jahren wurden sogar noch weitere Klappen hinzugefügt, so daß eine Klarinette entstand, mit der man problemlos jede Tonart spielen konnte, was vorher nicht möglich war.

Griffarten der Klarinette

Im Jahre 1839 wurde von dem französischen Klarinettisten und Professor am Konservatorium in Paris, Hyazinthe Eleonore Klose, ein neuartiges Griffsystem für die Klarinette geschaffen, daß das alte Oehler-Griffsystem ablösen sollte. Dazu baute ihm der Instrumentenbauer Auguste Buffet eine Klarinette mit dem Griffsystem, das auf dem Griffsystem für eine Querflöte vom Münchner Flötist und Flötenbaumeister Theobald Böhm beruhte. Dieses System setzte sich auf der Klarinette aber nur langsam durch. In Deutschland und Österreich ist bis heute die deutsche Oehler-Klarinette das bestimmende Instrument, während in der restlichen Welt das französische Böhm-System überwiegt.

Die Böhm-Klarinette läßt sich deutlich einfacher spielen. Zum einen ist das Loch im Mundstück etwas größer, und die Böhm-Klarinette kann ohne die Rutschbewegungen der Hand, die bei der Oehler-Klarinette nötig sind, gespielt werden. Außerdem kommt das französische System ohne einige komplizierte Griffe aus, und die Zahl der notwendigen Klappen ist deutlich geringer. Alles in allem ist das System der Böhm-Klarinette einfacher und logischer. Dafür klingt die Oehler-Klarinette etwas weicher und reiner.