Musikinstrumente

Klavier

Das Klavier, oder auch Piano genannt, ist ein Tasteninstrument. Das heißt, daß der Spieler über die Tasten die Mechanik des Klaviers bedient. Die Gesamtheit der Tasten wird als Klaviatur oder auch als Tastatur des Piano bezeichnet. Im Inneren des Klaviers sind Saiten gespannt, die von Dämpfern im Klang abgedämpft werden. Wenn der Spieler eine Taste des Piano drückt und damit die Mechanik im Inneren des Klaviers in Gang setzt, werden die Dämpfer von den Saiten gehoben, und kleine Hämmer schlagen die Saiten an und schnellen wieder zurück. Hier sind teilweise mehrere Saiten pro Taste gespannt, um die Lautstärke des Klaviers zu erhöhen. Diese mehrfache Spannung einer Saite im Piano wird auch Saitenchor genannt. Dadurch entsteht ein komplexes System aus Sofortklang und Nachklang, was dem Klavier seine interessante Klangnote gibt. Wird die gedrückte Taste losgelassen, werden die Dämpfen wieder gesenkt, und der Klang der Saite und damit des Piano endet.
Vor dem 19. Jahrhundert wurden alle Tasteninstrumente als 'Klaviere' bezeichnet. Doch seitdem versteht man unter einem Klavier entweder einen Flügel oder das Pianino, wörtlich ein kleines Piano. Das Wort 'Piano' kommt vom italienischen Wort 'piano' für 'laut'. Damit wurde auf eine Neuartigkeit des Klaviers hingewiesen. Jetzt konnte der Spieler durch unterschiedlich starkes Tastendrücken stufenlos zwischen lauten und leisen Tönen wechseln. Dies war mit den Tasteninstrumenten vor dem Piano nicht möglich. Seit den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts wurde auch speziell für das Klavier bestimmte Musik geschrieben. Komponisten wie Haydn oder Mozart schrieben nun Stücke, die auf einem Hammerklavier gespielt werden sollten und nicht mehr auf einem der Vorfahren wie zum Beispiel dem Cembalo oder dem Clavichord.

Bedienung des Pianos

Das Klavier wird zum einen über die Tastatur gespielt, hat aber auch Pedale, mit denen bestimmte Effekte oder Funktionen gesteuert werden können. Die Tastatur besteht pro Oktave aus sieben weißen Vordertasten und fünf schwarzen Hintertasten. Die Vordertasten bilden die Töne der C-Dur-Tonleiter, während die Hintertasten mit den dazwischenliegenden Halbtönen belegt sind. Die meisten Klaviere verfügen über 88 Tasten, doch gibt es hier auch Instrumente mit noch größerem Tonumfang. Das Piano hat in der Regel drei Pedale, es gibt auch auch Ausführungen mit nur zwei Pedalen. Das rechte Pedal des Klaviers ist das Forte-Pedal. Wird das Pedal getreten, so werden die Dämpfer im Piano angehoben. Dadurch werden die Saiten nach dem Loslassen nicht mehr abgedämpft und schwingen weiter. Außerdem schwingen durch die Resonanzeffekte andere Saiten im Klavier mit. Auf diese Weise bekommt das Piano einen volleren Klang. Das linke Pedal ist das Piano-Pedal. Wird das Pedal betätigt, so werden die Hämmer im Klavier näher an die Saiten gerückt oder auch die Mechanik so verschoben, daß nicht mehr alle Saiten einer Taste getroffen werden. Dadurch wird der Klang des Klaviers leiser. Folglich auch der Name Piano-Pedal. Das mittlere Pedal ist nicht bei jedem Klavier vorhanden und kann unterschiedliche Funktionen haben. Zum einen kann das Pedal ein Moderator-Pedal sein. Hierbei werden kleine Filzstreifen zwischen die Saiten und die Hämmer des Pianos geschoben, wodurch das Klavier einen deutlich leiseren Klang erhält. Die zweite Möglichkeit ist das Tonhalte-Pedal. Hier wird der Hammer des gerade gespielten Tones daran gehindert, wieder zurückzufallen. Dadurch kann der Spieler einen Ton festhalten, während das Klavier bei den anderen gespielten Tönen weiterhin normal auf das Drücken und Loslassend der Tasten reagiert. In früherer Zeit wurde noch mit andersartigen Pedalen experimentiert, aber diese Experimente haben sich beim normalen Piano nicht durchsetzen können.