Musikinstrumente

Kontrabass

Der Kontrabass ist ein Streichinstrument, daß zur Familie der Geigen gezählt wird. Er ist das größte Instrument dieser Familie und hat die tiefste Stimmung. Im Gegensatz zu Viola und Cello, die auch der Familie der Geigen angehören, hat der Kontrabass ein sehr großes Einsatzgebiet in den unterschiedlichsten Musikrichtungen. Der Kontrabass ist mittlerweile öfter anzutreffen als die Violine, obwohl er doch ein sehr sperriges Instrument ist. Der Name Kontrabass kommt von Kontra-Oktave. Das Instrument ist das einzige der verbreiteteren Streichinstrumente, daß die tiefen Töne dieser Lage erzeugen kann. Der Kontrabass hat in der Mehrzahl vier Saiten und ist meist in Quarten gestimmt, da eine Quintstimmung, wie zum Beispiel beim Cello, nicht bequem ohne Veränderung der Handposition spielbar ist. Da der tiefste Ton, das E, oftmals in einem Orchester nicht ausreicht, gibt es auch fünfsaitige Kontrabässe, die ein C bzw. H als tiefsten Ton haben.

Das Instrument ist in vielen Mensuren vertreten. Hier fängt es beim Achtel-Kontrabass für Kinder an und geht über den für Erwachsene üblichen Dreiviertel-Kontrabass bis zum Vierviertel-Kontrabass, der vorwiegend von Spielern mit größerer Statur gespielt wird.

Geschichte des Kontrabass

Die Geschichte des Kontrabass ist relativ undurchsichtig. Die Vorgänger des Kontrabass waren unterschiedliche Streichinstrumente. Da wäre zum einen die Violone, die aber eher einem Cello gleicht. Dann gab es die Bassvioline, die schon eher an einen Kontrabass erinnert, und die Bassgambe mit sechs Saiten. Da die ersten richtigen Instrumente schwer spielbar waren und sich die Töne nicht durchsetzten, waren die ersten Vertreter der Gattung Kontrabass noch mit Bünden versehen, um das Instrument durchsetzungsfähiger zu machen. Diese Epoche begann schon im frühen 17. Jahrhundert, und der Kontrabass blieb fast 200 Jahre in dieser Form. Allerdings hatte er auch nicht den hohen Stellenwert, den er heute hat. Im 19. Jahrhundert gab es Versuche, den Kontrabass weiter zu vergrößern, aber die Experimente waren nicht erfolgreich.

Seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts setzte eine neue Entwicklung ein. Da die enorme Größe des Instrumentes oftmals Transportprobleme verursachte, wurde ein elektrischer Kontrabass entwickelt. Aufgrund der Tatsache, daß man jetzt nicht mehr den großen Korpus zu Verstärkung der Töne auf dem Instrument brauchte, konnte der Korpus und damit der ganze Kontrabass erheblich verkleinert werden. Diese Entwicklung ging so weit, daß es mittlerweile sogar E-Kontrabässe ganz ohne Korpus gibt.

Kontrabass und Musik

Die Spielweise eines Kontrabass hängt stark von der musikalischen Verwendung ab. Obwohl es auch Spieler gibt, die im Stehen spielen, wird der Kontrabass in einem Symphonieorchester hauptsächlich im Sitzen gespielt. Dazu benötigt der Spieler einen hohen Stuhl. Meistens haben die Spieler dafür aber sogar spezielle Stühle, die mit ergonomischem Design verstellbar sind und optimalen Komfort bieten. Kontrabass-Spieler in einem Symphonie-Orchester spielen das Instrument meist mit einem Bogen. Seltener, aber wirkungsvoller, wird das Instrument gezupft. In einer Jazzkapelle ist dies meist genau andersherum. Hier bildet das Streichen eher die Ausnahme. Auch spielt hier der Spieler eher im Stehen oder auf einem einfachen Barhocker, wobei der Kontrabass durch einen kleinen Stachel auf die richtige Höhe gestellt wird. Während in einem Symphonie-Orchester sphärische Töne vorherrschen, wurde der Kontrabass im Jazz auch als Rhythmus-Instrument etabliert. Hierzu werden gern perkussive Töne angeschlagen. Dazu wurde auch die Slaptechnik auf dem Kontrabass entwickelt, bei der durch das Ziehen der Saiten und das Knallen derselben auf das Griffbrett ein starker Attack entsteht. Im Rockabilly wird diese Technik sehr häufig eingesetzt. Auch herrschen dort sehr oft unkonventionelle Spielweisen und Spielhaltungen mit dem Kontrabass vor, die einem normalen Orchestermusiker wie Anarchie vorkommen müssen.