Musikinstrumente

Konzertgitarre

Eine Konzertgitarre ist die wohl klassischste Variante aller heutzutage üblichen Gitarren. Die Herkunft der Konzertgitarre kann man im ausgehenden 19. Jahrhundert in Spanien suchen, wo neuartige Spieltechniken auch neuartige Typen von Gitarren zutageförderten. Hieraus entstand die heutige Bauweise der Konzertgitarre. Meist wird umgangssprachlich auch eine Konzertgitarre gemeint, wenn man nur von einer Gitarre oder einer akustischen Gitarre spricht.

Anfänge der Konzertgitarre

Die heutige Konzertgitarre entstand im 19. Jahrhundert in Spanien. Als Vater der Konzertgitarre kann man den Gitarrenbauer Antonio de Torres bezeichnen. Der Spanier war ein gelernter Tischler und war nebenbei als Gitarrenbauer in Sevilla tätig. Er arbeitete zwar weiterhin hauptberuflich als Tischler, aber nebenbei erfreute sich seine Version der damaligen Konzertgitarre wachsender Beliebtheit bei den Gitarristen dieser Zeit in Spanien. Durch diesen Erfolg und den Zuspruch einiger Gitarristen, die seine Instrumente spielten, wurde er etwa ab Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts hauptberuflich Gitarrenbauer, und er richtete sich eine entsprechende Werkstatt ein, in der er nun nur noch Gitarren bauen sollte. Er baute hauptsächlich normale Gitarren, die für den normalen Verkauf an alle Musiker bestimmt waren, doch nebenher entwickelte er die heute klassische Form der Konzertgitarre, die er aus dem Holz der Zeder und der Zypresse zusammensetzte und die ein Griffbrett aus Ebenholz und eine Decke aus Fichte bekam. Diese Gitarren überdauerten die Jahre und sind teilweise noch heute erhalten und aufgrund ihres hervorragenden Klanges auch heute noch sehr beliebt. Seine bekannteste und wohl auch beste Konzertgitarre, die La Leona, befindet sich heute im Privatbesitz eines Deutschen. Diese Instrumente waren in der damaligen Zeit ein absolutes Novum. Durch den neuartigen Bau von Antonio de Torres war seine Version der Konzertgitarre klanglich allen anderen Vertretern weit überlegen. Sie hatte einen viel klareren und volleren Klang als alle anderen ähnlichen Instrumente dieser Zeit. Damit beeinflusste Antonio de Torres den Gitarrenbau nicht nur für die nächsten Jahre, sondern bis in die heutige Zeit. Seine Gitarren führten aber auch zu einer völlig neuen Spielweise. Der spanische Gitarrist Francisco Tarrega erwarb von Antonio de Torres eine Konzertgitarre. Durch die Größe der Gitarre mußte sie völlig anders gehalten und damit auch völlig anders gespielt werden als die damaligen Gitarren vor den Neuerungen von Antonio de Torres. Die Konzertgitarre wurde nun wie in der heute bekannten Haltung auf dem linken Oberschenkel bespielt. Auch veränderte Francisco Tarrega die Zupftechnik. Während die Saite vorher mit dem Fingernagel angezupft wurde, wurde sie nun mit der Fingerkuppe angezupft. Dadurch wurde der Klang der Konzertgitarre wiederum voller, lauter und wärmer. Die Schüler von Francisco Tarrega setzten seine Didaktik der Konzertgitarre fort und verfeinerten sie, so daß diese Spieltechnik der Konzertgitarre heutzutage der Standard ist.

Holz der Konzertgitarre

Die Konzertgitarre wird zumeist aus hochwertigen Hölzern gebaut. Es gibt zwar billige Fabrikate aus Sperrholz, aber diese sind allenfalls zum Üben zu gebrauchen. Der Boden und die Zargen der Konzertgitarre werden in der Regel aus Palisander, Mahagoni, Ahorn oder Kirsche gefertigt. Die Deckplatte der Konzertgitarre besteht zumeist aus dem Holz der Zeder oder der Fichte, je nach gewünschtem Klang. Aber auch hier wird bisweilen Palisander eingesetzt. Hochwertige Instrumente werden dazu noch mit Schellack poliert.

Saiten der Konzertgitarre

Eine Konzertgitarre ist zumeist mit Saiten aus Nylon oder Kunststoff bespannt. Hierbei werden, je nach Dicke des Saitensatzes der Konzertgitarre, die ersten drei oder vier Seiten zusätzlich mit einer Umwicklung aus Silber oder Kupfer versehen.