Musikinstrumente

Posaune

Die Posaune ist ein tiefes Blech-Blasinstrument und mit der Trompete verwandt. Die Posaune besteht aus einem doppelt gebogenen Rohr, welches eine S-Form hat. Meist befindet sich dadurch der Schalltrichter direkt hinter dem Mundstück. Die Posaune wurde im fünfzehnten Jahrhundert aus der Trompete entwickelt. Dazu wurde ein U-förmiges Stück eingesetzt, mit dem man die Länge des Rohres in gewissen Grenzen beliebig verlängern oder verkürzen konnte. Durch die nun mögliche stufenlose Tonhöhenveränderung war die Posaune eines der ersten chromatisch spielbaren Instrumente in Europa überhaupt.

Jedoch führte die Posaune zunächst ein Schattendasein neben der Trompete und auch den Streichinstrumenten. Erst mit Beginn des neunzehnten Jahrhunderts wurde die Posaune unter anderem von Ludwig van Beethoven sprichwörtlich wiederentdeckt. Von dieser Zeit an war die Posaune an der Seite der Trompete in Sinfonieorchestern zu finden.

Aber erst im zwanzigsten Jahrhundert wurde die Posaune auch als Solo-Instrument entdeckt. Zuerst fand sie in Blaskapellen eine neue Bedeutung, und bald übernahm sie auch in der Marschmusik und in Militärkapellen eine Führungsrolle. Doch richtig anerkannt wurde sie erst im Jazz, wo sie teilweise das einzige Blasinstrument und gleichzeitig das Instrument des Solisten wurde. Später übernahmen auch andere Musikrichtungen die Posaune, wie zum Beispiel Ska und viele lateinamerikanische Musikrichtungen. Aber die Hauptgebiete der Posaune blieben von da an Jazz und Swing.

Bauformen der Posaune

Unter einer Posaune versteht man im allgemeinen die Zug-Posaune. Es gibt zwar noch eine Ventil-Posaune, aber diese ist eher als Sonderform zu betrachten. Hier wird im Weiteren immer von einer Zug-Posaune ausgegangen.

Es gibt mehrere Formen der Posaune. Die höchsten Instrumente dieser Baureihe sind die Piccolo-Posaune und die Sopran-Posaune. Allerdings werden diese Instrumente recht selten eingesetzt und sind eher als exotische Instrumente anzusehen. Meist werden sie für humoristische Einlagen gebraucht. Die höchste heutzutage gebräuchliche Posaune ist die Alt-Posaune. Diese wird auch gern als Einsteigermodell für Kinder benutzt, da die Rohrlänge deutlich geringer als bei den etwas tieferen Schwester-Instrumenten ist. Dadurch klingt sie besonders hell und brillant. Das nächsttiefere Instrument ist die Tenor-Posaune. Sie ist wohl das am meisten verbreitetste Instrument aus der Familie der Posaunen überhaupt. Die Tenor-Posaune ist auch oft mit einem Quart-Ventil ausgestattet, das dem Spieler erlaubt, die Posaune effektiv zu einer Bass-Posaune zu machen. Die Bass-Posaune ist das nächste Instrument in der Reihe und eigentlich nur eine Tenor-Posaune mit etwas größerer Rohrlänge. Aber auch Bass-Posaunen gibt es mit Ventilen, mit denen man das Instrument tiefer spielen kann. Allerdings erfordern diese Töne ein größeres spielerisches Geschick und deshalb werden sie recht selten eingesetzt. Früher war auch noch eine Kontrabass-Posaune üblich. Allerdings wurde dieses Instrument mit der Zeit immer weiter zurückgedrängt, so daß die Kontrabass-Posaune heutzutage eher als Rarität einzustufen ist.

Insgesamt gibt es die Posaune in vielen unterschiedlichen Bauformen, die teilweise regional spezifische Instrumente hervorgebracht haben. Es werden zum Beispiel unterschiedliche Metalle wie Messing oder auch Neusilber verwendet. Dazu unterscheiden sich viele Instrumente im Rohrdurchmesser, der Dicke der Rohrwandung und der Form des Schalltrichters. Diese unterschiedlichen Bauformen führen dann dazu, daß eine Posaune in einem europäischen Sinfonie-Orchester deutlich anders klingt als eine Jazz-Posaune aus New Orleans.