Musikinstrumente

Querflöte

Die Querflöte ist ein Holzblasinstrument aus der Familie der Flöten. Das heißt, daß die Querflöte die in ihr schwingende Luftsäule nicht mit einer Zunge oder einem Blättchen, sondern durch das Blasen über eine Kante zum Schwingen bringt. Die Querflöte wurde ursprünglich meist aus Holz oder Elfenbein hergestellt, doch mittlerweile haben sich neben besonders harten Hölzern auch Instrumente aus Kohlefaser und Metallen durchgesetzt. Neben edlen Metallen wie Gelbgold, Weißgold, Silber und Platin werden auch Materialien wie Messing, Edelstahl oder Neusilber verwendet. Auch Flöten aus Aluminium und anderen billigen Materialien werden für das unterste Preissegment gebaut.

Geschichte der Querflöte

Die Querflöte wurde bereits im Italien des alten römischen Reiches in den ersten beiden Jahrhunderten vor Christus nachgewiesen. Wahrscheinlich wurde die Querflöte durch die römischen Eroberungen auch bis nach Asien gebracht und dort verbreitet. Durch die Wirren nach dem Zerfall des römischen Reiches geriet das Instrument in Vergessenheit und wurde dann im Mittelalter aus Asien heraus über den vorderen Orient in das byzantinische Reich und von dort aus über die osteuropäischen Völker bis hin nach Mitteleuropa wiederverbreitet. Die Querflöte wurde zwischen dem zwölften und dem vierzehnten Jahrhundert in Deutschland und Frankreich benutzt. Da das Instrument aber hauptsächlich in den unteren Bevölkerungsschichten verbreitet war, wurden aus dieser Zeit kaum Stücke für die Querflöte sowie Berichte über das Instrument und die sie spielenden Musiker überliefert.

Als im vierzehnten Jahrhundert mit der Renaissance die Wissenschaft und die Kultur der antiken griechischen und römischen Völker wieder auflebte, hatte auch die Querflöte ihr großes Comeback. Damals fingen die besten Flötenmacher an, edle Instrumente zu bauen, die bereits der damals vorherrschenden Blockflöte weit überlegen war. Die damals gebräuchliche Querflöte hatte mit einem Tonumfang von etwa zweieinhalb bis drei Oktaven einen um eine Oktave größeren Tonumfang als die gebräuchlichen Blockflöten zu dieser Zeit. Während bis ins sechzehnte Jahrhundert die Querflöte hauptsächlich noch allein oder in einer Gruppe aus mehreren Flöten in den damaligen Ensembles zusammen mit Lauten und Sängern spielte, wurde die Querflöte ab Anfang des siebzehnten Jahrhunderts auch erstmals als Soloinstrument eingesetzt.

Die Querflöte im Barock

Als der Barock in seine Hochphase kam, änderte sich auch die Querflöte. Die bisherigen Instrumente hatten keine Klappen. Doch durch die Änderung der Ansprüche an die Querflöte wurde eine Klappe hinzugefügt, und der Aufbau änderte sich etwas, da die Flöten jetzt eine konische Bohrung bekamen. Auch wurde aus der vormals dreiteiligen Querflöte eine vierteilige Version entwickelt. Diese Instrumente konnten jetzt in allen Tonarten spielen, hatten allerdings einen verkleinerten Tonumfang von nunmehr nur zwei Oktaven. Nach dem Barock wurden die Querflöten immer komplexer, da die Kompositionen immer komplizierter wurden und eine zusätzliche Anzahl von Klappen auf dem Instrument dem Spieler die Möglichkeit gaben, diese Kompositionen auch adäquat umzusetzen, da besonders Halbtonklappen auf einer Querflöte diese Stücke besser spielbar machten. Hier wurden zuerst Flöten mit fünf Klappen gebaut, doch schon bald gab es Querflöten mit acht, zehn oder sogar vierzehn Klappen.

Anfang des neunzehnten Jahrhunderts wurde dann die Nachfrage nach immer lauteren Instrumenten größer, da die Orchester immer mehr Musiker hatten. Jetzt wurde die Bohrung der Querflöte deutlich vergrößert, und auch das Anblasloch und die Grifflöcher wurden vergrößert. Durch diese Vergrößerung der gesamten Querflöte war es aber nun nicht mehr möglich, bestimmte Töne ohne Zuhilfenahme der Klappen zu spielen, was vorher noch möglich war. Demzufolge wurde eine gewisse Anzahl von Klappen für die Querflöte obligatorisch. Heutzutage werden sowohl die ältere kleine als auch die neuere große Version der Querflöte gespielt.