Musikinstrumente

Streichinstrumente

Streichinstrumente sind Instrumente, die meist mit einem Bogen, aber teilweise auch mit einem Stab oder anderem Gegenstand gestrichen werden. Somit wird eine Saite in Schwingung versetzt, die dann erklingt und oft mittels eines Resonanzkörpers verstärkt wird. Streichinstrumente werden aber nicht immer gestrichen. Ein Anzupfen der Saiten ist ebenso üblich.

Geschichte der Streichinstrumente

Streichinstrumente stammen vom Bogen ab. Früher wurde ein kurzer Bogen in den Mund genommen, und mit einem zweiten Bogen wurde darüber gestrichen. Der Mundraum und der Kopf des Spielers wurden somit zum Resonanzraum des Bogens, und so wurde der Klang des Bogens verstärkt. Vor etwa eintausend Jahren wurden mit den Fideln in Mitteleuropa die ersten Streichinstrumente gespielt. In China ist die Tradition sogar älter. Dort wurden die Streichinstrumente aber nicht mit Hilfe eines Bogens, sondern eines Bambusstreifens gestrichen.

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte der Geigenbau in Europa eine Hochzeit. Zu dieser Zeit wurden Streichinstrumente gebaut, die heutzutage Rekordpreise bei Auktionen erzielen. Durch eine vorausgegangene Zeit des kalten Klimas konnte für die Herstellung der Geigen Holz von besonders guter Qualität benutzt werden. Dadurch hatten auch die Streichinstrumente eine Qualität, die heutzutage nur schwer zu erreichen ist. Viele der großen Musiker bevorzugen Instrumente aus dieser Epoche, doch sind sie aufgrund der enormen Preise auch auf Sponsoren angewiesen.

Streichinstrumente-Typen

Es werden derzeitig meist vier Arten von Streichinstrumenten gebraucht. Zum ersten wäre da die Violine oder auch Geige als bekanntester Vertreter der Streichinstrumente genannt. Sie ist das kleinste von diesen vier Streichinstrumente-Typen und spielt dadurch auch die höchsten Töne. Etwas größer und tiefer ist die Viola, auch Bratsche genannt. Das bekannteste an diesem Instrument dürften die Bratschenwitze sein. Diese beiden Streichinstrumente werden mit dem Korpus am Hals gespielt. Bei dem nächstgrößeren Streichinstrument, dem Cello, ist der Korpus zwischen den Beinen, da das Instrument aufgrund der zu spielenden Töne eine Größe hat, in der man sie einfach nicht mehr wie eine Violine halten kann. Das größte der vier Typen ist der Kontrabass. Er spielt die tiefsten Töne und ist das größte Instrument. Zum Spielen benötigt der Musiker einen hohen Stuhl, viele Musiker spielen den Kontrabass sogar im stehen. Es gibt noch weitere Streichinstrumente wie Fidel, Gambe und Drehleier. Allerdings werden diese Streichinstrumente eher selten eingesetzt.

Streichinstrumente und zeitgenössische Musik

Während in klassischen Orchestern Streichinstrumente eine große Bedeutung haben und sozusagen die größte Gruppe unter den Musikern bilden, ist die Bedeutung der Streichinstrumente in der zeitgenössischen Musik geringer, aber nicht unbedeutend. Es gibt etliche Rock- und Popbands, die Geigen- oder Bratschenspieler in ihren Reihen haben. Diese Streichinstrumente sind für eine gewisse Atmosphäre da und spielen auch oft lange getragene Melodien, sind also gleichberechtigt mit einer Gitarre. In der Folkmusik und der traditionellen Musik vieler Länder und Regionen kommen auch oft Streichinstrumente vor. Diese Streichinstrumente sind dann nicht nur Geige, Viola, Cello und Kontrabass, sondern oft auch seltenere Formen von Streichinstrumenten. Häufig werden auch Instrumente benutzt, die nur regional bekannt sind, besonders in der asiatischen Musik. Im Jazz und im Rockabilly hat der Kontrabass als Vertreter der Streichinstrumente eine herausragende Bedeutung. Während im Jazz gerade in den traditionelleren Stilen der Kontrabass der Bassgitarre bevorzugt wird, ist beim Rockabilly der Kontrabass das Standardinstrument, und Bassisten mit Bassgitarre sind die Exoten.