Musikinstrumente

Viola

Die Viola gehört zu der Familie der Streichinstrumente und wird auch Bratsche genannt. Die Viola ist etwas größer als eine Geige und ist eine Quinte tiefer gestimmt. Die Bratsche ist somit eine Art Alt-Geige. Der Name "Violine" bedeutet dementsprechend soviel wie "kleine Viola". Viola und Violine haben drei Saiten gemeinsam. Die drei höchsten Saiten der Viola sind genauso wie die drei tiefsten Saiten der Violine gestimmt. Die Viola klingt allerdings im Vergleich zur Violine wesentlich weicher, voller, aber auch dunkler. Dieser Klang rührt von einer Eigenart der Viola her. Die Bauweise der Viola ist eigentlich für die Stimmung des Instrumentes etwas zu klein. Verglichen mit der Violine müsste die Viola etwas größer gebaut werden. Aufgrund des Verhältnisses der Frequenzen der Saiten auf beiden Instrumenten Geige und Viola von zwei zu drei müßte das Größenverhältnis der Instrumente ebenfalls zwei zu drei sein. Die Bratsche ist allerdings, wie schon gesagt, etwas kleiner. Dadurch werden die hohen Obertöne, die eine Geige so charakteristisch machen, bei der Viola stark abgedämpft, wodurch eine dunklerer, aber auch vollerer und wärmerer Ton entsteht. Jedoch kann man eine Viola auch gar nicht entsprechend größer bauen. Dazu sind die Arme eines Spielers nicht lang genug. Schon bei der jetzigen Größe werden Arm und Schulter des Spielers der Viola deutlich stärker beansprucht als die des Spielers einer Geige. Da aber eine größere Bratsche etwas besser klingt, suchen viele Spieler eine Weile, bis sie die für sich optimale Größe des Instruments herausgefunden haben. Die Länge der Viola liegt etwa zwischen 38 und 47 cm.

Bratsche und Viola

Der Name Bratsche rührt daher, daß die Viola wie eine Geige auf den Arm genommen wird. Das italienische Wort für Arm ist 'braccio'. Im Gegensatz dazu wurde früher eine Gambe, die ihren Namen vom italienischen Wort für Bein hat, zwischen die Beine genommen. Der Name der Armgeige, 'Viola de Braccio' wurde dann später eingedeutscht, und es wurde 'Bratsche' daraus. Ein böser Witz über die Bratsche behauptet, daß die Bratsche deshalb Bratsche hieße, weil es genauso klänge, wenn man sich auf das Instrument setzte. Allgemein gibt es auch viele Witze über die Bratsche und ihre Spieler. Die Bratsche hat sogar ein eigenes Subgenre in den Musikerwitzen.

Viola und Musik

Im Gegensatz zur Geige ist die Bratsche eher weniger in zeitgenössischer Musik zu finden. Früher war die Bratsche lediglich ein Teil der Streicher in einem Konzert, der aber besonders im solistischen Sinne keinerlei Bedeutung zukam. Oftmals wurden schlechte Violinisten regelrecht zur Viola abgeschoben. Die Viola hatte dadurch einen entsprechend schlechten Ruf. Dabei wird von der recht großen Bratsche in ihrer Haltung ein deutlich höheres Können an den Spieler gefordert. Dadurch bildeten sich viele Vorurteile gegen die Viola. Es hieß, Bratschenspieler seien langsam, schwerfällig, haben eine schlechte Technik und seien allgemein zu schlecht für die Geige. Erst im 19. Jahrhundert änderte sich dieses Bild. Jetzt wurden die eigentlichen Vorteile der Viola erkannt und das Instrument nahm eine zentralere Rolle in den Stücken ein. In der Kammermusik, besonders dabei in Streichinstrumente-Formationen, hat die Bratsche eine bedeutende Rolle. Es gibt sogar Kompositionen, die die Viola als einziges Streichinstrument in einer Besetzung vorsehen. Die Viola hat also endlich die Position erreicht, die ihr auch zusteht.